Europa-Postkarte vorgestellt
Europa lebt von kreativen Ideen und Begegnungen. Dies zeigte sich dieser Tage bei der Vorstellung einer neuen "Europa-Karte" als Spruchkarte mit einer Abbildung der Mimrambrücke zwischen Kehl und Straßburg und der richtungweisenden zweisprachigen Bildunterschrift "Europa - damit Visionen Wirklichkeit werden". Die quasi im Schoße der Europa -Union Achern entstandene Idee des Vorstandsmitglieds Klaus Huber war bei dem Vorsitzenden des Acherner Ortsverbandes, Jürgen Klemm, sowie bei Dr. Roland Giebenrath als Vorsitzendem des Kreisverbandes Ortenau der Europa Union, auf offene Ohren gestoßen. Sie fand in Margarethe Leonhard, die seit kurzem auch Geschäftsführerin des Kreisverbandes ist, und dem Fotografen Jean-Marc Marcoux (Straßburg), denen der Oberacherner Autor in der Vorbereitung seines zweisprachigen Gedichtbands "Zeit-Lupe" begegnet war, qualifizierte "Geburtshelfer". Wertvolle gestalterische Anregungen bei der Doppelkarte, deren Entwicklung in der Weihnachtszeit des vergangenen Jahres begonnen hatte, gab die Mediengestalterin Barbara Schenk von der Druckwerkstatt Renchen, wo die Karte gedruckt wurde. Am vergangenen Dienstag konnte sie nun von Karl-Martin Matt als Vertreter des Hauses den Urhebern ausgehändigt werden. Die erste Auflage umfasst 500 Exemplare. Die Karte soll - gerade auch grenz-überschreitend - durch die Europa-Union, diverse Verbände und Firmen bei offiziellen Anlässen und Einladungen, aber auch privat Verwendung finden. Sie ist samt Umschlag ab sofort bei Margarethe Leonhardt, Tel. 0033 - 3 88 35 05 04 oder bei der Europa Union Achern, Tel. 07841 - 53 81 erhältlich. Einer regen Nachfrage im Vorfeld zufolge ist mit einem Nachdruck zu rechnen.
Jahreshauptversammlung der Europa Union Achern
Achern (hu). Etliche Gäste konnte am Donnerstagabend Jürgen Klemm als Vorsitzender der Europa Unon Achern zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Ratskeller begrüßen, darunter als Gastreferentin die Eurodistrikt-Referentin beim Landratsamt Ortenaukreis, Pascale Simon- Studer, sowie den
ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Achern, Reinhart Köstlin, auch Mitbegründer des Eurodistrikts.
Die aus Lons-le-Saunier im französischen Jura stammende Pascale Simon Studer, die seit 1.6. des vergangenen Jahres im Amt ist und symbolträchtigerweise als einzige im Landratsamt die französische Staatbürgerschaft besitzt, eröffnete die Schilderung ihres Arbeitsgebiets mit einem kurzen Rückblick auf das, "was innerhalb eines Jahres passiert ist". Für den Eurodistrikt, dessen Gründung durch ein Treffen des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Chirac und des damaligen deutschen Bundeskanzlers Schröder forciert worden war, machte die Referentin drei Hauptziele aus: die Grenzregion als Pilotregion für Europa zu machen, dass der Eurodistrikt zur nachhaltigen Entwicklung der Region beitrage, sowie den Menschen in der Grenzregion das Leben zu vereinfachen. Der Eurodistriktrat als Entscheidungsgremium mit Vertretern der lokalen Gebietskörperschaften tage mindestens zweimal pro Jahr. "Eine wichtige Instanz" sei hierbei der Begleitausschuss mit Delegationen aus verschiedenen Ebenen. Erweise sich mit Blick auf die Landkarte die Fläche auf deutscher Seite als sechsmal so groß wie der französische Anteil, so sei die Einwohnerzahl auf beiden Seiten des Rheins mit jeweils 600 000 Einwohnern etwa gleich.
Dass sich auf allen Gebieten etwas tut, zeigte die Verbesserung, dass deutsche Rettungsdienste auch jenseits des Rheins Vorfahrtsrecht genießen, ebenso wie ein grenzüberschreitendes Projekt zum Thema "Epilepsie" oder im Umweltbereich auf dem Gebiet der Unkrautbekämpfung, wo Pascale Simon Studer zufolge man auf französischer Seite "von Deutschland nur lernen" könne. Profitiert das Handwerk vom Eurodistrikt durch eine Vereinbarung für grenzüberschreitende Berufsausbildungen, so auch jede Altersgruppe bis hin zu den Senioren, um die sich Seminare mit Themen von der Versorgung bis hin zu Wohnformen um Alter kümmern. Wird im Bereich des Nahverkehrs der Eurodistrikt durch den Austausch über die Verkehrsnetze in der Region sowie bei zweisprachigen Fahrplänen spürbar, so sprechen Veranstaltungen wie eine Solidaritäts-Radtour von Fünft- und Sechsklässlern der Region als deutsch- französische Begegnung und ein bevorstehendes "Europäisches Picknick" am 1.6. für einen regen gegenseitigen Austausch über die Grenzen hinweg. Finanziell gefördert werden durch den Eurodistrikt auch Exkursionen von Schulklassen in der Region mit grenzüberschreitendem Begegnungscharakter. "In einer Umbruchzeit" sah sich die Referentin schließlich nicht zuletzt angesichts der bevorstehenden französischen Ratspräsidentschaft.
Um diese richtungweisenden Ausführungen von Pascale Simon Studer herum gruppierten sich die Rechenschaftsberichte eines Vereinsjahrs, so der Kassenbericht von Hannelore Alvarez, der die Kassenprüfer Richard Busam und Hans-Peter Vollet eine ordnungsgemäße Buchführung bescheinigten.
Jürgen Klemm zog in seinem Rückblick das "sehr positive Fazit bei Jugendlichen", dass diese "sich für Europa sehr begeistern lassen". "Der Europa-Wettbewerb brummt" kam der Vorsitzende der Europa- Union fast ins Schwärmen. Der Ortenaukreis sei, was die Beteiligung am Europa- Wettbewerb der Schulen angehe, im Land an der Spitze, was ein Verdienst der Lehrerinnen und Lehrer sei, "die mit Engagement an die Sache herangehen". Jürgen Klemm äußerte: "Das macht Hoffnung" und freute sich auch über das Interesse der Acherner Kolpingsfamilie an einer Fahrt ins Europa-Parlament nach Straßburg. Hätten "innerhalb eines Jahres mit Höhen und Tiefen" manche Veranstaltungen mehr Besucher verdient gehabt, so war das Martinsgansessen wieder "ein Renner". ´
Eine leichte Aufgabe kam mit der Entlastung des Gesamtvorstandes auf Reinhart Köstlin zu, der in seinem Grußwort deutlich machte: "Die Europa-Union
zeichnet sich dadurch aus, dass sie hochkarätige Veranstaltungen anbietet". Der pensionierte Stadtchef zeigte sich "froh, dass es in Achern solch eine Europa-Union gibt".
In seinem Ausblick visierte Jürgen Klemm die Prämierung der Preisträger des Europa-Wettbewerbs am 8. Mai im Bürgersaal des Rathaus in bewährter Form an und versprach auch das Martinsgansessen sowie eine Klassenfahrt ins Europaparlament zur Zeit der Verleihung des Sacharow-Preises als Fixpunkt im Jahresprogramm.

